21 Mai 2013

Jetzt einreichen: Audi Fashion Award 2013

Bilder via PR

Die Förderung des Modenachwuchses ist in den letzten Jahren mehr und mehr in den öffentlichen Fokus getreten sind. Neben diverser Unternehmen, die unmittelbar mit dem Modetrubel verknüpft sind, wie etwa H&M oder Peek & Cloppenburg, nehmen sich auch immer mehr Firmen mit anderem Branchenschwerpunkt der jungen Talente an. Der Audi Fashion Award, der von der gleichnamigen Automarke ins Leben gerufen worden ist, feierte im letzten Jahr seine Premiere. Jetzt geht der Nachwuchspreis in seine zweite Runde. Noch bis zum 31. Mai haben Modestudenten aus dem Raum Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein die Möglichkeit, sich in einer der vier Kategorien: Modern Icons, Active Technology, Beyond Today und Sophisticated Elegance, zu bewerben. Hinter jedem Bereich stehen Namen, die bereits ihren festen Platz im Modezirkus haben, wie etwa Escada oder Barre Noire. 
Im Herbst wird dann erneut der Sieger im Rahmen einer feierlichen Modenschau in der schönen Hansestadt Hamburg gekürt. Der Gewinner darf sich neben einem schmucken Audi A1 vor allem auch über ein sattes Preisgeld sowie Praktika bei diversen Modeunternehmen freuen.
Alle näheren Infos zur Anmeldung gibt es hier. 
In diesem Sinne: technisches trifft textiles Design.


12 Mai 2013

"Feel it all around" – Die kleinen Momente


Die Gedanken fahren Achterbahn, doch gleichzeitig scheint der Kopf vollkommen leer. Man will vor Worten nur so sprudeln, doch die Stimme bleibt stumm, das Papier weiß. Zu viele Pflichten, zu viele To Do´s und andere Gegebenheiten von außen. Wir rennen durch unseren Alltag, getrieben von Meinungen und Ansagen anderer. Ein flüchtiger Gedanke unterliegt am Ende meist dem Gang geregelter Zeiten. Die Gedanken sind eben nicht immer frei. Gleiches gilt für uns selbst. Abschalten, zur Ruhe kommen, das scheinen wir verlernt zu haben.
Und schließlich stellt sich die Frage: Ist man, wer man glaubt zu sein? Ist man auf dem richtigen Weg oder will man eigentlich doch ganz woanders hin? 
Die Krux des Erwachsenseins. Wir haben gelernt uns zu beherrschen und dem großen Ganzen unterzuordnen. Das Kind in uns hat längst nichts mehr zu sagen. Wir können uns nicht wie früher auf den Boden werden, strampeln, schreien und darauf warten, dass andere die Dinge für uns regeln. Das müssen wir wenn schon selbst tun. Zurück bleibt die drückende Frage nach dem wie und die Angst vor den möglichen Konsequenzen. Und selbst die meist nach langem inneren Kampf errungene Entscheidung bringt mittlerweile nicht mehr sofort die ersehnte Antwort. Selbst dann müssen wir Fristen einhalten und überstehen, uns rechtfertigen und hoffen, dass unsere Intuition uns nicht getäuscht hat. Dazu das permanente Warten, auf das man irgendwann beim besten Willen keine Lust mehr hat. Das hängen zwischen den Seilen und das Geduldigsein, bis der nächste große Schritt endlich beginnt, das alles strengt nur unnötig an. Zur Ablenkung verliert man sich in Musik, in Bilderfluten, in Eindrücken anderer Leben. Davon bietet sich uns im Netz mehr Gelegenheit denn ja. Doch sind die lachenden Gesichter am Ende wirklich glücklicher? Ihre Leben besser, spannender, erfüllter? 
Denn wenn man wirklich ehrlich ist, gibt es sie: Diese kleinen Momente zwischen dem vermeintlichen Trott, die einen berühren. Jene Begegnungen und Menschen, die einem das Herz höher schlagen lassen. Sie zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass das Glück manchmal eben doch in den Details liegt. Wir müssen nur eben in unserer permanenten Getriebenheit manchmal einfach nur für einen Augenblick stehenbleiben, um das zu erkennen, was am Ende tatsächlich "Leben" ausmacht. Und dann erkennen wir schnell, dass nicht der große Profit uns glücklich macht oder das sich Treibenlassen von einer Party zu nächsten. Dann realisieren wir, dass es die unmittelbaren Bindungen zu Freunde und Familie sind, die Tatsache Zeit zu haben für sie und auch sich selbst, die uns am Ende das Gefühl geben: Ja, das ist genau richtig so.
In diesem Sinne: "Augenblick verweile doch."



03 Mai 2013

Musikalische Neuentdeckung: Butterclock


Heute entdeckt bei artschoolvets, hat mich Butterclock direkt nach beim ersten Reinhören gepackt. Seitdem läuft die EP "First Prom"meiner Namensvetterin rauf und runter. Laura Clock ist Berlinerin und seit 14. Februar beim Label Fantasy Music auf der musikalischen Bildfläche unterwegs. 
Ihr Sound erinnert ein wenig an Grimes und auch visuell kommt das Ganze in ähnlich angenehmen Pink und zartem Neon daher. Mädchenhaft und dabei trotzdem tough. Synthesizer trifft auf Filter trifft auf eine elfengleiche Stimme. Ein emotionales Feuerwerk, das in seinen Mittelpunkt jene Momente stellt, in denen das Gefühl den Geist mit Haut und Haar aufzehrt. 
Genau das richtige um sich Freitagnacht zurückzulehnen und in andere Sphären zu träumen. 
Neben Holograms besonders zu empfehlen Crystal Eyes. Mehr von Butterclock gibt es hier.
In diesem Sinne: "Call heart players on the silver screen."




28 April 2013

Militärischer Pazifismus? Die Sache mit dem Camouflage-Look als Modetrend


Unser Umfeld beeinflusst uns, egal ob wir wollen oder nicht. Trends sind so eine Sache, die unsere Vernunft gerne einmal zum Aussetzen bewegt und dafür sorgt, dass wir plötzlich Dinge begehren, die kurz zuvor noch nicht mal ansatzweise den Fokus unserer Aufmerksamkeit gestreift haben. 
Seit einer Weile ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich mit Parkas im Camouflage-Look liebäugele. Definitiv eines dieser fiesen unterschwelligen Trendgelüste, halten sich die wild gemusterten Stücke doch nun schon seit einer Weile hartnäckig auf den It-Listen diverser Modemagazine, -plattformen und Blogs. Doch so sehr mir aktuell das nur allzu gut bekannte "Habenwollen"-Gefühl anhaftet: Nach wie vor bin unschlüssig, ob ich mir tatsächlich ein Exemplar zulegen soll.
Das Problem dabei, eigentlich ein ganz simples: Im Großen und Ganzen bin ich Pazifist – zumindest würde ich mich so bezeichnen. Gewalt löst bei mir Abscheu aus und Krieg halte ich für eine der schrecklichsten "Erfindungen" der Menschheit. Wie anhand des Namen schon deutlich wird, ist Camouflage-Kleidung aber genau mit diesen beiden Aspekten von Grund auf fest verknüpft. Jacken, Hosen  und andere Kleidungsstücke in Tarnfarben sind in erster Linie eine Funktionskleidung, die es Soldaten innerhalb ihres Einsatzgebietes ermöglichen soll, sich besser vor dem Feind zu verbergen. Stellt sich also die Frage: Was drücke ich denn dann eigentlich aus, wenn ich mir nun eine solche Jacke überwerfe? Wirke ich damit vielleicht wie ein Waffennarr, der Gewalt und Krieg verherrlicht? Oder noch schlimmer: Präsentiere ich mich damit vor allem im aktuellen Kontext als eine Person, die blind jedem noch so kleinen Trend folgt. Die Oberfläche zelebriert und in etwa die Tiefe eines Toastbrots besitzt? Denn, mal ehrlich: Krieg ist in der Regel etwas, in das Menschen unfreiwillig hineingeraten. Ich würde an dieser Stelle einmal behaupten, dass bis auf einige wahnwitzige Ausnahmen sich wohl niemand freiwillig in eine Situation begibt, in der er täglich sein eigenes Leben bedroht sieht.
Mal davon abgesehen ist das Problem mit den modischen Trends irgendwie doch auch ein altbekanntes: Seit Jahrzehnten eignet sich der Mainstream immer wieder bestimmte, vornehmlich stilistische, Codes aus Subkulturen, politischen Bewegungen und anderen Bereich an und verzerrt ihr eigentliche Bedeutung zugunsten der Massentauglichkeit. Inhalt wird dabei in der Regel zurückgedrängt, während der rein ästhetische Gestus zunehmend in den Mittelpunkt tritt. Das funktioniert eine Weile. Wird dann aber doch recht schnell langweilig. Es kommt zu Übersättigung. Langeweile kommt auf. Etwas neues, vermeintlich spannenderes muss her. Dahinter bleibt von textiler Seite betrachtet nicht selten eine Schrankleiche zurück, die ziemlich wenig mit der eigenen Überzeugung zu tun hat. Die modische Verarbeitung der Punkbewegung der 70er ist nur ein Beispiel. Der Hipster schließlich scheint aktuell der Inbegriff solcher veräußerlichter Codes.
Was also jetzt mit dem Jackenproblem anfangen: Wenn ich so darüber nachdenke tendiere ich doch dazu, diesen Trend einfach Trend sein zu lassen und nicht auf den Tarnfarbenzug aufzuspringen. 
Doch kann man das Ganze nicht auch irgendwie von einer ganz anderen Seite betrachten: Könnte man denn nicht auch so argumentieren, dass die Mode mit diesem Look ein Stück weit die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Ereignisse widerspiegelt? In einer Zeit, die durch Wirtschaftskrise, arabischem Frühling, Regimestürze und der Angst vor einem nahenden Atomkrieg geprägt ist, wollen wir uns mit unserem neuentdeckten Army-Look am Ende vielleicht auch nur tarnen. Uns verstecken, vor einer Welt, von der wir längst das Gefühl haben, sie nicht mehr kontrollieren zu können. Oder kann man am Ende vielleicht sogar soweit gehen und argumentieren, dass wir durch ein bewusstes Tragen dieser Jacken inmitten unserer urbanen Alltagsrealität den ursprünglichen Code bewusst ins Gegenteil verkehren – Camouflage sozusagen seines eigentlichen Zwecks entheben und dadurch modisch ein Statement setzen? Indem wir die vermeintliche Funktionskleidung zu einem Trendstück machen, einem gewöhnlichen Kleidungsstück zum täglichen Gebrauch, zeigen wir am Ende vielleicht nur umso deutlicher, unsere Anti-Haltung gegenüber Krieg und Gewalt.
Ein kompliziertes Thema, bei dem ich nach wie vor nicht wirklich schlauer bin. 
In diesem Sinne: Pro oder Contra, Hop oder Top, machen oder bleiben lassen.

21 April 2013

Grunge trifft Hochglanz: Saint Laurent Music Project


"Clean ist in." Ein Motto, das in unserer aktuellen Gegenwart längst nicht mehr in der Form gilt, wie vielleicht noch ein paar Jahren. Wir haben längst die scheinheilige Fassade diverser Hochglanzkampganen enttarnt. Auf Dauer langweilt das perfekt Schöne eben und so rücken seit einigen Jahren zunehmend die Brüche und das was etwas näher am Abgrund liegt, in den Fokus. Was einstmals vielleicht nur ein Element verschiedener Szene- und Randgruppen war, hat sich längst in die Mitte, in die Masse, in den Mainstream hinein verlagert.
Kaum eine Kampagne, die nicht ohne Irritation oder gar Schockmoment auskommt: Eine Parfümwerbung mit Lolita-Testimonial, eine Calvin Klein Kampagne mit einem Kerl weit jenseits jeglichen Schönheitsideals oder die Vermarktung von Jeans durch eine offenkundig Magersüchtige: Die Liste ist lang. Nur was befremdlich daherkommt und teils bestehende Normen und Konventionen aus den Angeln hebt, scheint noch die Chance zu haben im überlaufenden medialen Bilderpool noch wahrgenommen zu werden.
Gleiches dachte sich wohl auch Hedi Slimane, als er nach seiner Einstellung als neuer Kreaivchef beim Traditionslabel Yves Saint Laurent erst einmal den Namen des Unternehmens ändern lies. Wer braucht schon ein symbolträchtiges Emblem, wie das weltbekannte YSL, wenn man sich sein eigenes Süppchen brauen kann. Und so war mit einem Schlag Saint Laurent Paris geboren. Die Diskussionen darüber bestimmten damals wochenlang die Mode- und Netzwelt. Verstörtheit, Nostalgiestürme und Ablehnung der allgemeine Konsens.
Nun feierte die aktuelle Kampagne ihre Veröffentlichung. Klassische Schönheit: Fehlanzeige. Unter der Headline "Music Project" setzt Slimane vor allem auf Rock, Grunge und Attitude. Ganz im Sinne seines langjährigen Projekts "Rock Diary" holt sich der neue Kopf bei Saint Laurent die Musikgrößen Courtney Love, Marilyn Manson, Kim Gordon und Ariel Pink vor die Linse und setzt sie für Dazed Digital in Szene. Man mag über Slimane sagen was man will. In dieser Kampagne verschmelzen die One-Man-Show und Imageplatzierung beim neuen Label mit persönlicher Leidenschaft und dem richtigen Auge fürs Bild. Zugleich erinnert Slimane damit an die wilden 70er des Labels, als Gründer Yves, u.a. Mick und Bianca Jagger für deren Hochzeit einkleidete. Ist die Kampagne am Ende also vielleicht eine Hommage an das modische Monument, in dessen Fußstapfen der neue Creative Director getreten ist? Wie dem auch sei: Die Kampagne gefällt gerade durch ihr Spiel mit Authentizität und zeitlos klassischer Schönheit. Sex, Drugs and Rock n´roll: perfekt ausgeleuchtet, an den Kanten geglättet und bis ins Detail durchinszeniert. Irgendwie am Ende doch eine Art Sinnbild unserer Zeit, in der vermeintlich ungestüm-jugendliche Wildheit eingebettet in den derbsten konservativen Lebensalltag zum guten Ton gehört. 
In diesem Sinne: Französischer Moderock.


18 April 2013

Ein Hauch Neo-Clueless - das Sommer-Lookbook von Wildfox Couture


Es gibt Filme, die prägen ganze Teeniegeneration. Im Fall von mir und meinen Freundinnen, deren Teeniezeit irgendwo zwischen den späten 90ern und den frühen 200er Jahren liegt, zählt Clueless wohl unbestreitbar zu DEN Filmen denen wir nachgeeifert sind. Scharen anderer Frauen Mitte 20 werden mir da wohl zustimmen. 
Cher Horowitz, alias die bezaubernde Alicia Silverstone, war schön, lebte im sonnigen L.A., verfügte einen Kleiderschrank der sich nicht nur drehen, sondern auch Outfits mittels einem Comupterprogramm generieren konnte und hatte auch sonst so ziemlich alles, wovon Mädchen mit 14 so träumt. Ihr Stil: preppy, dabei trotzdem fesch und knallig. Ganze Dialoge habe ich von meinem vermeintlichen Lieblingsfilm damals auswendig gelernt. Durch Cher habe ich diverse Designernamen zum ersten Mal direkt mit einzelnen Kleidungsstücken in Verbindung bringen können. Von der adretten Blonden habe ich die erschütternde Erkenntnis, dass man Spiegeln nicht trauen kann und deshalb ein Outfit immer mit einem Polaroid überprüfen sollte - ich sag nur "hallo Modeblogger". Und ihre Weisheiten, was Liebe und Freundschaft betreffen, waren stets wie ein Orakel, das immer den passenden Tipp parat zu haben schien. 
Ein paar Jährchen später, weiß ich leider längst, das die Welt bei weitem nicht so gummibärchenfarben ist, wie man uns in der schmucken Hollywood-Komödie einst glauben machen wollte. Trotzdem gibt es kaum einen anderen Film, der mein Herz bei einem Screening noch immer derart hüpfen lässt. 
Beim amerikanischen Label Wildfox Couture scheint man diese Leidenschaft zu teilen. Das Lookbook für das Frühjahr/Sommer 2013 kommt mit dem passenden Namen "We´re the Kids in America" – einem der Leitsongs aus Clueless – daher und präsentiert sich genau in der Optik der Glamourwelt um Cher, Dionne und Tai. Zugegeben ein wenig frecher ist das Ganze, ein wenig mehr Neon und irgendwie auch ein klein wenig verruchter. Trotzdem bin ich beim Anblick der Bilder ganz verzückt, sind doch Unmengen von Details liebevoll an das Original angelehnt. Mir hat das virtuelle Blättern jedenfalls ziemlich Lust gemacht, die DVD meiner langjährigen Bewegtbild-Teeniebibel in den Rekorder zu schmeißen. Aus manchen Dingen wächst man wohl eben nie so richtig heraus. Außerdem können ein wenig Realitätsflucht und Nostalgie nach der Jugend ja bekanntlich auch nicht schaden.
In diesem Sinne: Ich mach ´nen Schuh!