29 Juli 2013

Alles auf Anfang: Tschüss NanaKitten! Hallo Nanatique!


Über 5 Jahre ist es inzwischen her, dass NanaKitten online ging. Aus der ersten Idee entstand damals schnell das fertige Blog. Vieles wirkte zunächst eher provisorisch, so manches war nur halb durchdacht. Aber wieso auch nicht. Man war jung, das Bloggen ein spaßiges Hobby und die gesamte Blogosphäre in Deutschland ein noch recht frisches Gebiet. Niemand hätte zu dieser Zeit wohl erwartet, welche Relevanz Blogs in der Medienlandschaft einmal einnehmen würden, sodass so manches Onlinetagebuch irgendwann einmal fast gleichwertig neben professionellen Webseiten steht. 
5 Jahre später hat sich so einiges verändert. Die öffentliche Meinung über Blogger ist in zwei Lager gespalten. "Onlinehelden" denken die einen, "Netzfreaks mit großer Klappe" die anderen. Blogger werden, wenn sie ihr kleines Baby nur richtig aufziehen, jetten durch die Welt und werden auch sonst von Firmen in jeder Hinsicht gepamert. Gleichzeitig sind Blogs das Sprachrohr einer ganzen Generation, so scheint es. Doch das ist nur die eine, die öffentliche Seite.

Viel wichtiger ist aber, dass auch ich mich während meiner Jahre in der Blogosphäre verändert habe. Ich bin älter geworden, in der ein oder anderen Hinsicht gereift und habe mich auch geschmacklich sowie stilistisch gewandelt. Es wird Zeit, dass NanaKitten diesen Schritt nun mit mir geht. Denn Stillstand ist Gift für den Kopf und für die Kreativität erst recht. Wo Neues wachsen soll, muss manchmal eben Veränderung her. Und so heißt es heute, alles auf Anfang oder vielmehr Restart.

Das Kitten ist erwachsen geworden und so wird aus NanaKitten mit dem heutigen Tag Nanatique. Grundlegend bleiben die Themen ähnlich. Neben einem neuen Layout erwartet euch Leser ab sofort aber auch mehr Inhalt, mehr Texte um die Bereiche Kultur und Gesellschaft und hin und wieder auch kleine Kolumnen unter dem Motto Gedankenspiele. Mehr Kopf, weniger affirmative Spaßgesellschaft dabei aber mindestens genauso viel Leidenschaft: Das ist das erklärte Ziel von Nanatique. Und damit der Cut richtig deutlich wird, gibt´s auch einen kleinen räumlichen Umzug. 

Auf Nanatique.de geht´s weiter. Die alten Posts ziehen selbstverständlich mit. Nanakitten.blogspot.de bleibt eine Art Archiv. Und wer jetzt wissen will, was Nanatique sein soll, der klickt sich einfach auf die neue Seite. Viel Spaß beim Lesen!
In diesem Sinne: Alles auf Anfang

26 Juli 2013

Etwas Neues bahnt sich an


Hier ist es im Moment ein wenig ruhiger, der ein oder andere hat es vielleicht schon gemerkt. 
Das hat vor allem zwei Gründe.

Der erste ist schnell erklärt: Es ist Sommer, die Sonne scheint und das Sommerloch hat auch mich erwischt. Daher genieße ich es, im Moment einfach einmal alle Fünfe gerade sein zu lassen und mit Freunden am See oder abends im Park oder einer Bar zu entspannen. 

Der zweite Grund ist da schon etwas tragender: Nein, NanaKitten wird nicht geschlossen oder so. Dieses Gerücht will ich gar nicht erst aufkommen lassen. Vielmehr stehen ein paar Veränderungen in den Startlöchern. Nach inzwischen über 5 Jahren wird es allmählich einmal Zeit ein paar Dinge anzugehen, das Konzept meines Babys zu überdenken und auch optisch für ein wenig Frische zu sorgen. Viel ist passiert, seit ich NanaKitten gegründet habe, Dinge haben sich verändert, ich bin älter und in manchen Punkten wohl auch etwas reifer geworden. Stillstand ist Gift und wer sich vor dem neuen verschließt, der tritt vielleicht ewig auf der Stelle. 
Und da große Veränderungen manchmal etwas Zeit zum Sacken brauchen, wird das Wochenende für eine kleine Pause genutzt, ehe es Anfang der kommenden Woche dann heißen wird: "Alles neu!"

In diesem Sinne: Habt ein schönes Wochenende. Wir lesen uns kommende Woche!

23 Juli 2013

MBFWB: Designer for Tomorrow 2014

 
Bilder: Yannic Poepperling

Der von P&C und Fashion ID gehostete Designer for Tomorrow Award ist eines der Projekte, die sich seit mehreren Jahren erfolgreich der Förderung des Modenachwuchses widmen. Dementsprechend groß war daher auch dieses Mal wieder der Andrang im Fashionzelt. Neben Berliner Größen wie Oberbürgermeister Klaus Wowereit und diversen Vertretern der Promiszene, durfte sich die Fashion Week auch über angesehenes Publikum aus der Modebranche freuen. So sichteten wir unter anderem das ehemalige Model, Bloggerin und Fotografin Hanneli Mustaparta, die Chefredakteurin der deutschen Vogue Christiane Arp und Louise Roe, die zugleich auch durch die Veranstaltung führte.
Ich freute mich jedenfalls ganz besonders darüber in diesem Jahr live bei der Abschlussshow dabei sein zu können und aus der zweiten Reihe alles hautnah mitzuerleben. Nicht zuletzt aufgrund der diesjährigen Schirmherrin Stella McCartney. Eine starke Frau, die in Anbetracht der diesjährigen, ausschließlich weiblichen Finalistinnen nicht besser hätte passen können. Echte Frauenpower eben. Einen ersten Blick auf die fünf Damen gewährten ich vor einer Weile bereits auf Supreme Mag.

Mindestens so unterschiedlich wie ihre Herkunft waren die Stile der Nachwuchstalente.



Hannah Kulinski studierte an der Hochschule Hannover. Sie präsentierte uns eine frabenfrohe Kollektion aus Strick und Wolle. Mode soll Spaß machen und gute Laune bereiten, umreißt Kulinski ihre Kollektion. Ihre Stücke, allen voran der herrlich grüne Wollpullover mit weißen dreidimensionalen Dots, hatte ich sofort zu einer meiner persönlichen Favoriten gekürt.


Bei der zweiten deutschen im Bunde ging es dagegen um einiges mehr casual zu. Annalena Skörl lernte ihr Handwerk an der HAW Hamburg und hatte, wie man dem pfeifenden Applaus nach urteilen konnte, so einiges an Unterstützung im Schlepptau. Sie präsentierte uns eine reine Männerkollektion aus viel Sweatshirtstoff und weiten lässigen Schnitten.



Bei Katy Clark, die ihren Weg von der Northumbria University ins Zelt gefunden hatte, wurde es wiederum etwas düsterer. Weite Kleider, aus mehreren Lagen, die die Silhouette praktisch komplett verhüllen. Die Töne bewegten sich zwischen dunklem Grün, Violett und Schwarz.



Umso heller und filigraner wurde es dagegen bei Jamie Wei Huang. Den Abschluss des berühmten Central St. Martins College in der Tasche, berzauberte sie mit einer Kollektion, die Glas und Porzellan als besondere Elemente in sich aufnahm. Zartheit trifft auf feste Geometrie. Futurismus trifft auf asiatische Tradition. Eine Kollektion, die mich wirklich begeistert hat.




Die Gewinnerin war am Ende trotzdem eine andere: Ioana Ciolacu Miron überzeugte die Jury mit einem Mix aus fließenden und durchgeformten Stoffen. Ihre Kollektion mit dem Titel „Paradox“ verzückte nicht nur durch viel Seide, sondern vor allem durch einen Blick für die richtigen Details sowie ein ungemein präzises Handwerk. Besonders schön: der Bleistiftrock mit wellenförmigen Volants in mehreren Ebenen. Fast schon architektonisch kam dieser Look, ebenso wie einige andere, daher und schien die Matierialität von Stoff außer Kraft zu setzen. An anderer Stelle dagegen kam das Weiche, Fließende, umso deutlicher zum Tragen. Die ehemalige Schülerin am London College of Fashion weiß um die harte Arbeit, die hinter dem Traum des Modedesigns steckt und vielleicht macht gerade das ihre Arbeit so facettenreich.

Von meiner Seite noch einmal Glückwunsch an die Gewinnerin und ich bin gespannt, von welcher der Damen wir in Zukunft wohl noch etwas hören und sehen werden. 

15 Juli 2013

MBFWB: Fashionshow mal anders – Lena Hoschek, Perret Schaad & Franziska Michael


In der Modewoche reiht sich eine Show an die andere. Die Zeitfenster dazwischen sind knapp und manchmal ist es für die Designer gar nicht so leicht innerhalb des straff geplanten Timetables herauszustechen. Redakteure, Blogger und Modehungriger, haben es dagegen oft schwer nach einem langen Tag, den wilden Wust gesammelter Eindrücke noch einwandfrei zuzuordnen. Wer auffallen will, der muss sich also irgendwie etwas einfallen lassen. Schließlich rundet eine gelungene Show ja auch irgendwie eine Kollektion ab. Hmm, vielleicht hatten unsere Lehrer, was ihrer Argumentation in Sachen Referate angeht, doch Recht. Jedenfalls, drei Labels, die auf dieser Fashion Week bewiesen haben, dass eine Präsentation manchmal nur ein paar geschickte Handgriffe braucht, um sie zu etwas ganz Besonderem zu machen, waren Lena Hoschek, Perret Schaad und Franziska Michael.

Lena Hoschek – Bilder: Yannic Pöpperling

Frau Hoschek, von der wir eigentlich schon obligatorisch eine gute Laune-Show erwarten, verzückte in dieser Saison mit einem Picknick-Motto. Der Catwalk, ausgelegt mit grünem Rasen, der Eingang zum Runway geschmückt mit Blumen und Sträuchern. Man fühlte sich auf Anhieb, wie auf einer Sommerwiese und die herrlichen 50ies und 60ies Kleider, mit schwingenden Pettycoats, puffämeligen Blusen und hochbundigen Shorts sowie Röcken riefen bei mir sofort Assoziationen an meine Lieblingsserie Mad Men hervor. Dazu eine passende sommerliche Musik aus derselben Zeitspanne und schon verwandelte sich das Modezelt für einen kleinen Augenblick in eine Wohlfühlsphäre einer längst vergangenen Epoche.

Perret Schaad – Bilder via PR

Das Berliner Designduo Perret Schaad entführte uns dagegen direkt aus dem Zelt heraus. Per SMS vom Vortag lotste man das Modevolk zur Neuen Nationalgalerie, wo uns statt Museumsrundgang ein Hauch von Voyeurismus erwartete. Denn, während die Models mit elfengleichen Schritten durch die im Raum platzierten Statuen wandelten, drückten wir uns die Nase an den Scheiben des gläsernen Kubus platt und fühlten uns im ein oder anderen Moment von unserer eigenen Sensationsgeilheit ertappt. Die Kollektion setzte dagegen mehr auf schlichte Eleganz. Lockere Schnitte mit flatternden Röcken umspielen in der kommenden Sommersaison zart die Haut. Der Körper bestimmt die Kleidung, nicht umgekehrt. Trotzdem zaubert ein Layering aus leichten, fließenden Stoffen, wie Seide oder luftigem Leinen eine den Körper formende Plastizität, wo sie angemessen scheint. Dazu passend gesellen sich asymmetrische Röcke oder Überwürfe hinzu. Farblich sind die Stücke zweigeteilt: Zum einen treffen wir auf gedecktes Grau, dunkles Blau und Silber. Zum anderen wird es durch sattes Gelb, knalliges Rot, Pink und leuchtendes Blau richtig bunt. Besonders im Kopf geblieben sind uns vor allem drei Dinge: Das Spiel mit Lagen und Transparenz, die Kombination von Gelb und Blau, von der wir nicht gedacht hätten, dass sie so gut funktionieren kann, sowie die Tatsache, dass sich Spaghettiträger wohl eine weitere Saison halten werden.

Franziska Michael – Bilder: Laura Sodano

Jungdesignerin Franziska Michael präsentierte ihre zweite Kollektion auf der Berliner Modewoche von vornherein im intimeren Konzept der Stage. Unter dem Überthema "Matchpoint transformierte sie die Bühne passend zur Kollektion zum Tennisplatz. Zwischen Tennisbällen und dem Sound eines ambitionierten Ballwechsels zeigte Michael uns neongrüne Neoprenkleidchen, Shorts und Badeanzüge und Jacketts mit kalaidoskopartigen Musterprints kombiniert mit Tennissocken und Schildkappen. Eine Kollektion, die zwar im Gesamten schlicht daherkommt, die aber gerade in den Schnitten das handwerkliche Können beweist. Schößchen und aufgepolsterte Ärmel sind symmetrisch genäht und sorgen im cleanen Look für den richtigen Kontrast. Vielleicht ein Grund, warum mir diese Kollektion wirklich gut gefallen hat. 

Alles in allem betrachtet, drei schöne Shows und drei herrliche Kollektion, die so unterschiedlich sie in ihren Handschriften sein mögen vor allem eines gemeinsam haben: Die Liebe zum eigenen Design und wahrscheinlich den Wunsch mit der eigenen Mode die Welt ein klein wenig schöner zu machen.
In diesem Sinne: Laufsteg mal anders. 

12 Juli 2013

MBFWB: Vladimir Karaleev - von breiten elastischen Bündchen und offenen Säumen


Bilder: Laura Sodano

Dass ich ein absoluter Fan von Vladimir Karaleev bin, muss ich an dieser Stelle wohl nicht mehr erwähnen. Dementsprechend dürfte es auch nicht verwundern, wie verzückt ich angesichts der Kollektion für die kommende Frühjahr-/Sommersaison bin.
Auf der Berliner Fashion Week präsentierte der gebürtige Bulgare im gemütlich-intimen Ambiente der Stage ohne viel Chichi, herrlich lockere Schnitte, gedeckte Farben und einen Blick für reduzierte aber perfekt platzierte Details. Der Meister der offenen Säume bleibt seiner Handschrift einmal mehr treu und ich bin unheimlich erfreut darüber. Bei Karaleev steht ein gekonnter Mix aus Femininität und Selbstbewusstsein im Vordergrund, Weibliche Stärke, sozusagen. Dabei ist allgemein bekannt, dass der Designer ausschließlich an der Puppe entwirft. Die lebendige Frau kommt erst am Ende in den Genuss seine Entwürfe zu tragen. Der gefeierte Wahlberliner ist ein Talent darin mit fließenden Stoffen wie Seide, die weibliche Silhouette zu umschmeicheln. Jacken, Röcke und Hosen aus festeren Materialien, so z.B. Jeans, setzen Kontraste, ohne die Harmonie der Looks zu durchbrechen. Geschicktes Layering und Drapierungen von Stoffen funktionieren dagegen ohne verspielt zu wirken oder die cleane Optik in irgend einer Weise zu gefährden. Farblich bewegen sich die Looks zwischen zartem Weiß und Greige, Flieder und Violett sowie leuchtendem Blau und tiefdunklem Schwarz. Und auch bei Karaleev schimmert der Sommer 2014. Organza und Stoffe, die wie glattes Leder anmuten, setzen Kontraste zu Stoffen mit leichter Kreppstruktur – auch hier schleicht sich also der von uns proklamierte Trend der Strukturstoffe für die nächste Sommersaison ein.
Besonders gefallen haben die breiten elastischen Bündchen an den weit geschnittenen Hosen und halblangen Röcken in A-Form, weil das einfach wunderbar lässig wirkt. Außerdem freuen wir uns auf knielange Shorts mit Schößchen und ein Comeback der leichten Sommerweste.
Und wie gewohnt hätte ich am liebsten die gesamte Kollektion direkt vom Laufsteg eingesammelt und in meinen eigenen Kleiderschank gehängt. 

In diesem Sinne: Ich knickse vor einem Designer, der meiner Meinung nach wie kein anderer ein Auge für Schnitt, Form und Farbe hat und dabei eine Mode schafft, die den Zeitgeist auf den Punkt trifft ohne es darauf anzulegen.


10 Juli 2013

MBFWB: Malaikaraiss FS14 - "Gypset"

Bilder: Laura Sodano

Bohème trifft Orient, oder anders gesprochen: Gypset. Unter diesem Motto schickte Malaikaraiss ihre Kollektion für das kommenden Frühjahr/Sommer auf der Berliner Fashion Week über den Catwalk. Während die aktuelle Winterkollektion inspiriert durch den Film Beetlejuice eher düster daherkommt, dürfen wir uns in der warmen Jahreszeit wieder pudrige, helle und sehr mädchenhafte Töne freuen.
Gypset ist ein Kunstwort, das sich aus Gypsy und Jet-Set zusammensetzt und das, meiner Meinung nach, ganz wunderbar in den Ohren klingt. Geht man nach der offiziellen Pressemitteilung steht der Begriff für Freigeist und spiegelt die Sehnsüchte nach einer zeitlosen Welt im Orient wider. Wir fühlen uns bei dem ein oder anderen Look ein wenig an Dänisch-Skandinavisches Design erinnert, wie man es unter anderem von Stine Goya, Wood Wood oder Acne kennt und liebt. Aber nur ein klein wenig, versteht sich, denn auch Malaikaraiss hat, seit der Gründung 2010 eine eigene, deutlich erkennbare Handschrift entwickelt.
Passend zum Weltenclash kommen die Looks daher. Glamour flirtet mit beschwingter Lässigkeit. Hochgeschlossene Blusen wirken adrett, wohingegen kurze Shorts und eine leichte Transparenz für die richtige Portion „Sexy“ sorgen. Fließende Seide und Co. verwandeln Frau zur verspielt-romantischen Elfe, während feste Materialien wie Leder und Organza für Selbstbewusstsein stehen. Dazwischen begegnen uns immer wieder schimmernde oder mit Struktur versehene Stoffe, etwas, was ich an dieser Stelle schon einmal als zwei der nächsten großen Sommertrends prognostizieren will. Harmonische Kontraste begegnen uns auch bei der Farbwahl. Zartes Rosa trifft auf leuchtendes Flamingo, dazu dunkles Blau im Bruch. Zartes Cremé und All-White-Looks komplettieren das Ganze.

In diesem Sinne: Weiblichkeit in den verschiedensten Facetten.